Hamburger Bürgerschaftswahl

Christian Kott
18 Std. •
Eigentlich wollte ich ja nichts zur Hamburger Bürgerschaftswahl schreiben. Zu langweilig, zu bedeutungslos und vor allem zu vorhersehbar.
Deswegen geht es in diesem Text auch eigentlich nur am Rande um diese Wahl. Es geht um die CDU.
Die CDU war mal die Partei Konrad Adenauers, Ludwig Erhardts und auch die Partei der deutschen Einheit. Sie stand einmal für bürgerliche Werte, Wirtschaftskraft, Vernunft und Gelassenheit statt Hysterie.
Dann kam Merkel. In den ersten 8 Jahren Merkel reichlich zu viel Gelassenheit, seitdem ausschließlich Hysterie. Von den anderen Attributen ist nichts, aber auch gar nichts mehr übrig geblieben.
Jede Partei darf mal Fehler machen. Aber 15 Jahre lang? Ist es verzeihlich, wenn eine Volkspartei mit mehr als 400.000 Mitgliedern es so lange zulässt, dass eine totale Dilettantin ein Land mit Anlauf in die Grütze fährt ohne dass es innerhalb dieser traditionsreichen Partei wenigstens den Versuch gibt, das gescheiterte Experiment von Kohl´s Mädchen endlich zu beenden?
Nein, das ist nach 15 Jahren nicht mehr zu verzeihen. Nach 20 Wahlniederlagen für die Union in Folge gibt es keine Ausrede mehr, warum diese Partei sich das Totalversagen ihrer gesamten Führungsriege einfach widerstandslos gefallen lässt. Und das, obwohl es trotz einer Austrittswelle nach der anderen mancherorts in der Union immer noch kompetente Sachpolitiker gibt, die das, was Merkel macht selbst mit täglich einer Flasche Wodka zum Frühstück besser machen würden.
Die CDU hat endgültig und für immer jegliches Vertrauen verspielt. Wer da noch immer Mitglied ist, der muss sich Kollaborateur nennen lassen. Wer die immer noch wählt (11% sind in Anbetracht des politischen Offenbarungseides immer noch erstaunlich viel…), der bekommt exakt das, was er verdient hat.