Umstellung auf E-Mobilität gefährdet 410.000 Arbeitsplätze

Von: Martin-W. Buchenau, Stefan Menzel, Frank Specht
Die Auto- und Zuliefererbranche verändert radikal ihr Geschäftsmodell. Ein Beratergremium der Bundesregierung hat errechnet, wie viele Jobs wegfallen könnten.
Stuttgart, Düsseldorf, Berlin Durch die Umstellung auf die Elektromobilität sind in Deutschland bis zum Jahr 2030 rund 410.000 Arbeitsplätze gefährdet. Allein in der Produktion des Antriebsstrangs, also bei Motoren und Getrieben, könnten bis zu 88.000 Stellen wegfallen, heißt es in einem Bericht der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM), der dem Handelsblatt vorliegt. Die Ergebnisse sollen an diesem Montag vorgestellt werden – zwei Tage vor dem für Mittwoch geplanten Autogipfel.

Der aktuelle NPM-Bericht macht deutlich, wie groß die soziale Sprengkraft durch die Transformation der Autoindustrie ausfallen könnte. Um Jobverluste zu minimieren, fordert eine NPM-Arbeitsgruppe unter Vorsitz von IG-Metall-Chef Jörg Hofmann eine strategische Personalplanung der Unternehmen und regionale Qualifizierungszentren, in denen Firmen, Arbeitsagentur und Weiterbildungsträger zusammenarbeiten.
Die Rechnung ist einfach: Ein Verbrennungsmotor besteht aus mindestens 1200 Teilen. Beim Elektromotor sind es nur rund 200. Damit ist klar: Je schneller die Mobilitätswende und die Umstellung auf das Elektroauto vorangetrieben werden, desto weniger Kolben, Getriebe oder Zylinderkopfdichtungen werden benötigt. Und desto mehr Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.
https://app.handelsblatt.com/politik/deutschland/autoindustrie-umstellung-auf-e-mobilitaet-gefaehrdet-410-000-arbeitsplaetze/25405230.html?fbclid=IwAR2nIO-_-nEGebvX8UYV-0uIj-JKS04IgsEjOd20HIjWSIAJXTIa7hU1zwU&ticket=ST-1839435-6xcb4J6redEA65VB9EQ9-ap1