Das Weihnachtsfiasko verrät viel über Fridays for Future

„Warum reden uns die Großeltern eigentlich immer noch jedes Jahr rein?“, fragt Fridays for Future auf Twitter. Der Post zeigt: Die Klimajugend verkennt die Zeichen der Zeit und muss dringend konstruktiv werden.
Weihnachten – das Fest der Liebe? FFF-Jugendliche haben einen Tag vor Heiligabend auf Twitter gezeigt, dass sie wenig halten von versöhnlichen Tönen zu Weihnachten. Auf dem Kanal der deutschen Klimabewegung heißt es: „Warum reden uns die Großeltern eigentlich immer noch jedes Jahr rein? Die sind doch eh bald nicht mehr dabei.“
Die Jugend versucht sich rauszureden: Satire, gezielt falsch verstanden. Luisa Neubauer, das bekannteste Gesicht der Aktivisten in Deutschland, gibt der „Satire“ erst ein „Like“, zieht das aber später zurück, als der Shitstorm längst wütet – unsouverän, aber immerhin ein Stück weit ein Schuldeingeständnis.

Später entschuldigt sich die Bewegung auf ihrem Twitterkanal: „Wir möchten uns aufrichtig bei allen entschuldigen, die sich durch unseren satirisch gemeinten Tweet heute Morgen verletzt gefühlt haben.“

Doch diese Einsicht kommt zu spät. Ihr Problem mit konstruktivem demokratischem Diskurs haben die jungen Leute mit ihrem Ursprungstweet offenbart.

Fridays For Future Germany

@FridayForFuture
Warum reden uns die Großeltern eigentlich immer noch jedes Jahr rein? Die sind doch eh bald nicht mehr dabei. #weihnachtenundklimakrise

3,008
10:03 AM – Dec 23, 2019
Die harte Kritik kommt nicht nur von „alten weißen Männern“ oder AfD-Fans. Junge, linke Frauen – unverdächtig, Klimaleugner zu sein – wie SPD-Nachwuchshoffnung Lilly Blaudszun, 18, oder ihre Parteifreundin Sawsan Chebli, Staatssekretärin in Berlin, echauffieren sich über die Geschmacklosigkeit. Zu Recht.

Lilly Blaudszun

@LillyBlaudszun
Wir werden den Klimawandel übrigens niemals bekämpfen können, wenn wir Generationen gegeneinander ausspielen und nur einen kleinen Anteil der Bevölkerung mitnehmen. Reißt euch mal zusammen und reflektiert, was ihr mit so einer Aussage auslöst. 😒 https://twitter.com/FridayForFuture/status/1209036827212025856

Fridays For Future Germany

@FridayForFuture
Warum reden uns die Großeltern eigentlich immer noch jedes Jahr rein? Die sind doch eh bald nicht mehr dabei. #weihnachtenundklimakrise

1,065
11:17 AM – Dec 23, 2019
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Wenn junge Menschen aus meiner Generation ernsthaft meinen, das dringend nötige Mehr an Klimaschutz zu erreichen, indem sie Generationen gegeneinander ausspielen, verkennen sie die Zeichen der Zeit. Die Bewegung Fridays for Future hat ihren Peak längst überschritten, in Köln beispielsweise wird mittlerweile sogar auf den wöchentlichen Streik verzichtet.

Wenn FFF nach dem – wichtigen – Aufrütteln der Gesellschaft durch öffentlichkeitswirksamen Protest jetzt realpolitisch etwas erreichen will, muss die Bewegung konstruktiv arbeiten und die Gesellschaft einen, nicht spalten.
Ein erster schnell umzusetzender Schritt dahin wäre, den Tweet zu löschen. Vielleicht gehört danach auch das Social-Media-Team ausgetauscht. Zumindest sollten sich die Klimaaktivisten künftig zweimal überlegen, was sie online in die Welt setzen.

Denn das Internet vergisst nichts – Großeltern hingegen können Gott sei Dank vergeben. Besonders zu Weihnachten.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article204554222/Grosseltern-Tweet-verraet-viel-ueber-Fridays-for-Future.html?wtmc=socialmedia.facebook.shared.web&fbclid=IwAR2_RmCZzAST32xxRQFK8P8rjl00fMbCmYqJcSeelrHvWKx5rOdDnKCnqys
Haupt Benjamin
2 Std.
Hier zeigt die Bewegung ihr wahres ignorantes Gesicht und minderwertschätzt eine ganze Generation die mühevoll jene Basis des Lebens geschaffen hat, die diese Schreikinder jetzt selbstverständlich nutzen davon gut leben und leider nicht wertzuschätzen wissen.
Ramona Danilowski
3 Std. ·
Ja da haben die Grünen mal ganz schnell die F4F-Kids zurückgepfiffen damit niemand im Voraus
merkt welch radikale Kräfte nach der Bundestagswahl 2021 auf die Bevölkerung losgelassen werden. Schließlich soll das Wahlergebnis der Grünen ja nicht gefährdet werden.

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