Deutschland braucht ein Lieferkettengesetz!

In Nicaraguas Textilfabriken produzieren zehntausende Menschen Mode für den Export. Zu niedrigsten Löhnen lassen Firmen wie Adidas die Näher*innen unter schlechten Arbeitsbedingungen schuften. Der Druck auf die Beschäftigten ist dabei hoch: oft werden ihnen Stückzahlen vorgegeben, die nicht zu schaffen sind – und das obwohl sie zehn Stunden am Tag, sechs Tage die Woche in den Fabrikhallen verbringen.
Damit deutsche Unternehmen nicht mehr länger auf Kosten von Arbeiter*innen produzieren und menschenwürdige Arbeitsbedingungen durchgesetzt werden, braucht es einen gesetzlichen Rahmen! Unterzeichne jetzt unsere Petition!

 

Unternehmen tragen Verantwortung!

Immer wieder sind deutsche Unternehmen weltweit in Menschenrechtsverletzungen verwickelt: Im Jahr 2012 wurden 34 streikende Arbeiter der Marikana-Mine in Südafrika erschossen, zu deren größten Kunden bis heute der deutsche Chemiekonzern BASF zählt. Die Entschädigungsforderungen der Familien und der Überlebenden ignoriert BASF jedoch weitgehend. Ebenfalls 2012 starben wegen mangelnden Brandschutzes 258 Menschen in einer Zulieferfabrik des deutschen Textildiscounters KiK in Pakistan. Der Dammbruch von Brumadinho kostete 270 Menschen das Leben, obwohl ein Tochterunternehmen des deutschen TÜV Süd den Damm noch wenige Wochen zuvor als sicher zertifiziert hatte.

Bislang müssen Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen in globalen Lieferketten kaum Konsequenzen fürchten. Das wollen wir ändern: Menschenrechte dürfen nicht länger Profitinteressen von Unternehmen untergeordnet werden. Deshalb fordert Brot für die Welt die Bundesregierung auf, einen gesetzlichen Rahmen für menschenrechtliche Sorgfaltspflichten deutscher Unternehmen im Ausland zu schaffen!

Die Bundesregierung setzt bislang darauf, dass sich Unternehmen freiwillig an die Menschenrechte halten. Doch wir sind überzeugt: Freiwillige Initiativen können das Problem nicht lösen, es braucht einen gesetzlichen Rahmen! Mit unserer Petition an Bundeskanzlerin Merkel können Sie unsere Forderung unterstützen: Unterschreiben Sie jetzt und fordern Sie einen gesetzlichen Rahmen von der Bundesregierung!

Nur durch einen gesetzlichen Rahmen kann verbindlich sichergestellt werden, dass Unternehmen Menschenrechte entlang ihrer gesamten Lieferkette achten und Verantwortung übernehmen. Wer auf freiwillige Initiativen setzt, wälzt die Verantwortung auf Verbraucher*innen ab.

Damit unternehmerische Sorgfaltspflichten wirksam durchgesetzt werden, müssen Betroffene die Möglichkeit haben, vor deutschen Gerichten zu klagen. Nur durch verbindliche Sanktionen wird eine Umsetzung sichergestellt.

Von anderen lernen

Andere Länder machen bereits vor, wie es geht: In Frankreich wurde vor zwei Jahren ein Gesetz verabschiedet, welches die Sorgfaltspflichten großer französischer Unternehmen regelt. Auch in den Niederlanden gibt es seit Mai 2019 ein Gesetz, das Unternehmen dazu verpflichtet, Kinderarbeit in ihren Lieferketten zu verhindern.

Diese Beispiele zeigen: Ein Lieferkettengesetz ist machbar, wenn der politische Wille da ist! Auch in Wirtschaftskreisen wächst die Zustimmung zu gesetzlicher Unternehmensverantwortung. Tchibo, Daimler und KiK etwa befürworten verbindliche Regelungen für Unternehmen.

Nutzen Sie dieses Momentum und unterzeichnen Sie jetzt unsere Petition! Fordern Sie mit uns Frau Merkel auf, endlich ein Lieferkettengesetz auf den Weg zu bringen.

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