ÜBER DIE CHAMÄLEONARTIGE ANPASSUNGSFÄHIGKEIT DES KAPITALS

 

Wir kennen die direkten und indirekten Fluchtursachen, an denen die ignoranten Bewohner der nördlichen Hemisphäre – in destruktiver Verbundenheit mit den Bewohnern der südlichen Hemisphäre – aktiv oder passiv beteiligt sind: Kriege, Waffenproduktion, Waffenexport, Neokolonialismus, Waren- und Konsumfetischismus. Die Gesamtheit dieser fluchtverursachenden Faktoren kann als destruktive Energie verstanden werden, welche die ignoranten Bewohner der Nordhalbkugel in die südliche Hemisphäre senden. Wirkung hiervon ist, dass sich die tradierten Existenzbedingungen auflösen. Sozialstrukturen, die sich vor der beschleunigten Globalisierung bewährten, werden unumkehrbar zerstört. Diese Auflösung und wachsende Unordnung kann als soziale Entropie verstanden werden. Es ist, als ob ein zerbrechlicher Gegenstand zu Boden fällt, in unzählige Stücke zerrissen wird und nicht mehr in seinen ursprünglichen Zustand gebracht werden kann. Lamentieren und Agieren der bestürzten Bewohner der Nordhalbkugel nützt nichts; und die Länder, die glauben, sich abschotten zu können, werden zeitverzögert von dieser Entwicklung eingeholt. Die sogenannte „Globalisierung“ ist ein irreversibler Prozess, wobei es darum geht, ob dieser einen humanen oder inhumanen Verlauf nimmt. Die Repräsentanten des Kapitals wissen oder spüren dies mit ihrem antrainierten Machtinstinkt und sind dabei, eine unumkehrbare Entwicklung zu ihren Gunsten zu gestalten. Die Überlebensfähigkeit des Kapitalismus beruht auf einer Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, über die selbst Marx höchst erstaunt wäre. Während die lohnabhängige Bevölkerung nostalgisch davon träumt, den Fluchtbewegungen könne durch Restriktionen dauerhaft begegnet werden, sind die Spitzenrepräsentanten des Kapitals dabei, sie in diesem Irrglauben zu bestärken und sich chamäleonartig den veränderten Verhältnissen zu ihrem Vorteil anzupassen. Wenn die neoliberal beherrschte, lohnabhängige Bevölkerungsmehrheit begriffen hat, dass sie ihre Möglichkeiten der Zukunftsgestaltung versäumte, wird es ihr wie in dem Märchen „Der Hase und der Igel“ ergehen. Als der abgehetzte Hase am Ende des Feldes ankommt, bekommt er zu hören: „Ich bin schon da!“ – Wer der Hase und wer der Igel ist, dürfte klar geworden sein.

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