Es ist erstaunlich welcher Wandel in der Einstellung der westlichen Bevölkerung stattgefunden hat

In Deutschland befürworten mittlerweile 33% eine autoritäre Regierung mit einer starken Person an der Spitze.
In Frankreich und Großbritannien sind es 50% und17% der US-Amerikaner wünschen sich eine Militärdiktatur.

Mittlerweile geht das so weit, dass in manchen Ländern über 30% der Wahlberechtigten fast alle Missstände im Land und auf der Erde mit der Staatsform Demokratie in Verbindung gebracht werden.

Das führt dazu, dass sich viele dieser enttäuschen Menschen eine Monarchie oder eine Diktatur wünschen, aber auch einen autoritären Nationalstaat, eine sozialistische Staatsform, oder eine gewaltfreie Anarchie finden mittlerweile unvorstellbar viele Menschen immer noch attraktiver als DIE repräsentative Demokratie mit Gewaltenteilung, Minderheitenschutz und Rechtstaatlichkeit, die sie persönlich kennen gelernt haben.

Meiner Beobachtung nach liegt das daran, dass einerseits von vielen überschätzt wird, welchen Einfluss eine Staatsform auf die Persönlichkeitsentwicklung von Menschen hat, auf der anderen Seite wird es aber auch unterschätzt, welche ungenutzten Spielräume es in den real existierenden Systemen gibt.

Menschen werden in ihrem Verhalten nicht konstruktiver, wenn sich die Staatsform ändert, sie finden nur neue Lücken, in denen die Staatsmacht nicht sanktioniert oder sanktionieren kann.

Die Illusion, dass man ein ganzes Volk oder die ganze Menschheit durch veränderte Ramen -Bedingungen und Umerziehung so verändern kann, dass es nur noch wenig Korruption, Ämterpatronage und Straftaten gibt, ist immer noch bei vielen vorhanden.

Wer weiß wie wenig Erfolge es in der praktisch angewandten Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie gibt, der sollte eigentlich von seinen Illusionen schnell befreit werden.

Doch um Realität geht es den Systemkritikern in den Demokratien ja nicht, es geht erst einmal darum ein Ventil für die eigene Unzufriedenheit und Frustration zu finden.

Oft (ich schreibe oft, weil ich es nicht verallgemeinern will) sind es Menschen die psychologisch gesehen eine Anpassungsstörung haben. Anstatt erst einmal die hohe Verantwortung, die jeder für sich selbst und sein eigenes Leben hat zu sehen und die schwierigen Aufgaben als Herausforderungen, an denen man wachsen aber auch scheitern kann anzusehen, schieben viele die Verantwortung auf andere ab.

Damit sind nicht die vielen Menschen gemeint, die tatsächlich unverschuldet in eine prekäre Situation gekommen sind. Das liegt aber selten an der Staatsform Demokratie, sondern fast immer daran, wie genau die die Wirtschaftsordnungen Planwirtschaft und Marktwirtschaft gestaltet wurden.

Deshalb sollte jeder der Systemkritik übt auch diese Differenzierung machen.