Wenden: Krankenkasse streicht Pflege für schwer krankes Kind

7 Monate alte Merle kann nicht alleine atmen
Krankenkassen streichen häusliche Krankenpflege
Eltern legen Widerspruch ein und wollen klagen
Die 17 Monate alte Merle ist mit einem Gendefekt auf die Welt gekommen. Sie kann nicht richtig atmen und ist auf Sauerstoff angewiesen. Das Mädchen aus Wenden braucht 24 Stunden am Tag eine Betreuung. Trotzdem hat die Krankenkasse die häusliche Krankenpflege extrem reduziert.
„Wenn Merle nur wenige Sekunden vom Sauerstoffgerät abgeschnitten ist, kann sie sterben,“ sagt Merles Mutter Melanie Bähr. „Ich kann noch nicht einmal duschen gehen, denn auch in der Zeit kann es passieren, dass Merle die Atembrille verrutscht.“

Betreuung rund um die Uhr

Auch Ärzte bescheinigen den Eltern, dass Merle rund um die Uhr beobachtet werden muss, um nicht in eine lebensbedrohliche Situation zu kommen. Das bringt ihre Mutter Melanie Bähr an ihre Grenzen.
hr Mann ist beruflich viel unterwegs und beide haben noch einen dreijährigen Sohn. Die Krankenkasse genehmigte zunächst eine häusliche Krankenpflege, die sie acht Stunden am Tag unterstützt.

MDK-Gutachten sieht keine Notwendigkeit

Nach einem Gutachten des Medizinischen Dienstes MDK streicht die Krankenkasse der Familie die häusliche Krankenpflege bis auf 40 Stunden im Monat. Denn der MDK kommt in seinem Gutachten vom 04.09.2019 zu dem Ergebnis: „Der Pflegedokumentation und den Berichten sind akute interventionsbedürftige Ereignisse bei lebensbedrohlichen Situationen nicht zu entnehmen.“

Eltern kämpfen und wollen klagen

Melanie Bähr legt Widerspruch ein und erreicht, dass der Pflegedienst ihre Tochter noch einmal begutachtet. Sollte das nicht helfen, wird sie mit Hilfe des Sozialverbandes VdK klagen. „Ich finde es menschenunwürdig, einem schwerkranken Kind die Pflege zu verwehren.“

Stand: 27.09.2019, 09:45
https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/krankenkasse-pflegeleistung-100.html