Terroranschläge verhindert: Zwei Attacken in NRW geplant

In einem Interview sagte BKA-Chef Holger Münch, dass seit 2017 sieben Terroranschläge verhindert wurden. Zwei seien laut BKA in NRW geplant.
Bielefeld. Mit dieser Aussage sorgte der Chef des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, für Aufsehen: In einem Interview mit der Rheinischen Post sagte er, die deutschen Behörden hätten seit dem Anschlag auf den Berliner Breitscheidplatz sieben Terroranschläge verhindert. Laut BKA beziehe sich diese Angabe ausschließlich auf islamistischen Terrorismus.

Wie das BKA auf Anfrage mitteilte, seien zwei dieser Anschläge in NRW geplant gewesen. 2017 habe es demnach Festnahmen wegen des Verdachts auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat in in NRW gegeben. Genauer: in Neuss. Außerdem teilte das BKA mit, dass es 2018 erneut den Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat gegeben habe – dieses Mal in Köln.

Weitere Taten waren laut BKA in Niedersachsen geplant
Laut Strafgesetzbuch § 89a richtet sich eine solche geplante Tat gegen das Leben oder die Freiheit von Personen, „die nach den Umständen bestimmt und geeignet ist, den Bestand oder die Sicherheit eines Staates oder einer internationalen Organisation zu beeinträchtigen oder Verfassungsgrundsätze der Bundesrepublik Deutschland zu beseitigen, außer Geltung zu setzen oder zu untergraben.“ Darunter fällt beispielsweise, das Beschaffen von Waffen, Sprengstoff oder anderen tödlichen Substanzen für eine solche Tat.

Weitere Taten führt das BKA in Northeim (Niedersachsen) auf. Hier habe es Anfang 2017 geplante Anschläge mit einer ferngezündeten Sprengvorrichtung auf Polizisten und Soldaten gegeben. Wenig später wurde in Schwerin eine Person verhaftet, die dort eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet habe. Ende des Jahres wurde außerdem in Karlsruhe ein Mann verhaftet. Laut BKA habe dieser einen schweren Anschlag mit einem Kraftfahrzeug vorbereitet.

Attentäter soll Wohnung der Kanzlerin fotografiert haben
2018 sei eine weitere Tat verhindert worden. Im Raum Frankfurt sei ein Anschlag auf eine schiitische Moschee, Polizeibeamte sowie einen Nachtclub vereitelt worden. Zuletzt habe es in diesem Jahr Festnahmen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren, staatsgefährdenden Gewalttat gegeben – in Schleswig-Holstein.

Derweil soll der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz nach einem Medienbericht die Wohnung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fotografiert haben. Auf einem Bild, das das ARD-Magazin Kontraste und rbb24-Recherche veröffentlichten, sieht man Anis Amri vor dem Haus in Berlin posieren. Es handelt sich offensichtlich um ein Selfie. Das Bild von Ende Oktober 2016 sowie andere Fotos aus Berlin fanden die Ermittler demnach später auf dem Handy des Tunesiers.

Experten glauben, dass Attentäter Amri auch den Berliner Dom angreifen wollte
Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen gekapert, mit dem er über den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche raste. Er tötete zwölf Menschen. Nach der Tat floh er nach Italien, wo ihn die Polizei vier Tage später erschoss.

Ein anderes Foto zeigt Amri vor dem Berliner Dom. Die Ermittler des Bundeskriminalamts kommen in einem Vermerk aus dem April 2017, aus dem die Medien zitieren, zu dem Ergebnis, Amri könne den Dom als „als potenzielles Anschlagsziel in Betracht gezogen haben“. Und sie sprechen in diesem Zusammenhang von „einer weiteren Örtlichkeit“.
https://www.nw.de/nachrichten/politik/22596004_Terroranschlaege-verhindert-Zwei-Attacken-in-NRW-geplant.html?fbclid=IwAR30iBUr3fiv68UVOyryDs2wR0Buz6tTrZ9qaaWkplU3hyzyYLPQrvDDayk