Das grüne Panicorchester spielt bis zum Untergang

Volkswagen vollzieht rigoros, vielleicht sogar überstürzt den Wechsel vom Verbrennungsmotor zum Elektromotor. Kein anderer deutscher Autohersteller tut dies in dieser Radikalität. VW investiert sage und schreibe 44 Milliarden Euro in die Elektromobilität. Aber in Sachen E-Mobil stehen andere Produzenten an der Spitze, wie Tesla, Nissan, Jaguar, Hyundai und viele bisher unbekannte Marken aus dem Reich der Mitte. Gerade China holt mit großen Schritten auf und dominiert schon jetzt die Batterieproduktion auf der Welt.

Auf einen Spitzenplatz zu kommen oder gar als Vorreiter in Sachen Elektromobilität zu gelten wird immer schwieriger. Da ist es verständlich, dass man in den Vorstandsetagen der deutschen Automobilindustrie langsam nervös wird, bevor der Zug vollends abgefahren ist. Gerade hat man mit den Betrügereien beim Diesel, insbesondere bei VW, der deutschen Autoindustrie einen Bärendienst erwiesen. Nun muss man sich ernsthaft fragen, ob das der richtige Schritt ist oder ob VW damit weitere Milliarden im Sumpf versenkt. Eines hat Volkswagen auf jeden Fall geschafft, der Ruf der deutschen Wirtschaft wurde durch die Betrügereien nachhaltig beschädigt.

Der Motor des Exportweltmeisters Deutschland stottert. Die Konjunktur geht zurück. Die Bundesregierung musste kürzlich das voraussichtliche Wirtschaftswachstum für dieses Jahr, von 1% auf nur 0,5% senken. Wir steuern in Richtung einer Rezession. Diesmal gibt es keine globale Wirtschafts- und Finanzkrise, wie 2008/2009, die wir für die Talfahrt verantwortlich machen können. Diesmal sind wir vor allem selbst Schuld und da meine ich nicht nur VW. Die GroKo hat die notwendigen Weichenstellungen nicht vorgenommenen. Stattdessen dominieren Umweltthemen die Politik in einer Art, die schon an Selbstvernichtung grenzen (CO2, NOx, Feinstaub, Kohle). Es wird nicht das wirtschaftlich vernünftige getan, sondern dass, was eine grüne Lobby fordert. Waren es 2016 und 2017 noch 2,2% Wirtschaftswachstum, so schwächte sich dieses schon 2018 auf 1,4% ab und heuer werden wir noch höchstens 0,5% erreichen.

Seit Merkel sind Krisen für Deutschland tabu
Um Deutschland aus der Krise zu führen ist es fast zu spät. Viele Entwicklungen, die wichtige Schlüsseltechnologien sind, hat Deutschland verschlafen. Immer wieder wurde auf das wichtige Thema Digitalisierung hingewiesen aber die notwendigen politischen Rahmenbedingungen nicht geschaffen. Auch jetzt geht man das Problem viel zu zögerlich und nicht mit aller Entschlossenheit an. Hier fehlt anscheinend eine wirksame Lobby.

Um zum Automobil zurückzukehren. Wenn Deutschland hier auch weiter Spitze sein will, muss es die Richtung bestimmen. BMW und Mercedes gehen einen zurückhaltenderen Weg beim batteriebetriebenen E-Mobil, als VW. Parallel entwickeln beide Hersteller den Wasserstoff-Antrieb (Brennzelle) weiter, um die unwirtschaftliche Batterie möglichst zeitig, durch ein anderes Energiekonzept, für den Elektromotor zu ersetzen. Damit würde man viele Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die aufwändige, umweltschädliche, ressourcenverschlingende Batterieproduktion würde auf dem Niveau eines Verbrennungsmotors verbleiben.

Große und schwere Batterien müssen nicht das Fahrzeug belasten. Lange Ladezeiten beim „nachtanken“ von Strom sind nicht notwendig. Die Reichweite von Elektrofahrzeugen mit Brennstoffzelle würde gegenüber einem batteriebetriebenen Fahrzeug erheblich steigen und in ähnlichem Bereich liegen, wie die der heutigen Verbrennungsmotoren. Die CO2-Bilanz würde deutlich und nachhaltig sinken. Ich sehe hier eine deutlich bessere Strategie bei BMW und Mercedes, als die Panik-Strategie, die VW verfolgt. Die Brennstoffzelle wird das Elektromobil der Zukunft antreiben. Wer hier klug investiert, kann Marktführer in der Zukunft sein.

Auch Irrwege haben ihren Reiz
Ich halte das batteriebetriebene E-Mobil für einen Irrweg oder allenfalls für eine kurze Episode. Batteriebetriebene Elektroautos werden in den nächsten Jahren nicht zur Minderung der deutschen CO2-Emissionen beitragen, weil der CO2-Ausstoß nur an die Orte der Energieerzeugung und der Rohstoffproduktion verlagert wird. Der CO2-Ausstoß von aktuellen E-Autos liegt, in den meisten Fällen sogar über dem eines modernen Dieselmotors. Diesel, Erdgas und Methan betriebene Verbrennungsmotoren könnten als Brückentechnologie, wesentlich effizienter zu einer CO2-Reduktion beitragen. Dies ergab eine Ifo Studie von Christoph Buchal, Hans-Dieter Karl und Hans-Werner Sinn zum Thema: Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz?

Ich bin kürzlich ca. 1.000 km mit meinem 5er BMW 520d, Euro-Norm 5 gefahren und habe dabei 4,8 Liter Diesel auf 100 km verbraucht! Das zeigt, wie modern mein schon 8 Jahre alter Diesel ist, denn das schafft kein Benziner, schon gar nicht in der Größenklasse. Und die heutigen modernen Diesel sind sowohl dem Benziner, als auch dem E-Mobil bei Effizienz und Schadstoffausstoß haushoch überlegen. Aber, der Diesel muss weg! Er wurde in einer hysterisch geführten Debatte zum Synonym für Umweltverschmutzung. Dabei geht es nur um Stickoxid (NOx) und das Problem haben die Autohersteller inzwischen im Griff.
Dem Irrsinn der grünen Lobbyisten wird der Diesel geopfert, ganz egal ob es wirtschaftlicher oder auch umweltpolitischer Unsinn ist! Tausende Euro 5 Diesel-Fahrzeuge werden aus unseren Städten verbannt und vor allem ins osteuropäische Ausland verschoben. Dort dürfen sie ganz offensichtlich „stinken“, obwohl die meisten dieser Staaten selbst zur EU gehören und dem gleichen Druck aus Brüssel unterliegen, wie Deutschland. So wird das wohl nichts mit einem wirtschaftlichen Aufschwung für Deutschland. Das grüne Panikorchester spielt weiter, als gebe es kein Morgen … bis die „Titanic“ endgültig gesunken ist. Rette sich wer kann!

Das grüne Panicorchester spielt bis zum Untergang