Bosch-Techniker regt sich über Klima-Hysteriker auf: „Wo wollen die mal arbeiten?“

Kein Talk-Abend im Fernsehen ohne Klima. Bei „Maybrit Illner“ bekriegen sich die Gäste in der Runde, ob Arbeitsplätze wichtiger sind als die Vermeidung von CO2. Hunderttausende Jobs werden in Deutschland sterben. Autofahren ist das neue Pelztragen, Wohlstand ist böses Wachstum. Wie viel Aufstand verträgt unser Land?
Jute statt Plastik war schon ein Hit der 80er-Jahre. Die 80er sind auch in der Mode wieder ganz weit vorn. Also Jute. Kein Abend vergeht im Abend ohne Klimadiskussion. Deutschland geißelt sich gehörig rund um die Grillwurst und die PS-Prasser. Erst kommt die Moral, dann das Schnitzel. Bert Brecht, das war mal.

Wer nicht radelt und noch Fleisch frisst – ist asozial
Zu viele SUVs, zu viele Quick-Trips am Wochenende, und Autofahren ist an sich das neue Pelztragen. Es ist ein Glaubenskrieg in Deutschland entbrannt. Wer nicht radelt und noch Fleisch frisst, könnte bald der Asoziale des Jahres werden.
Massiv umverteilen – nur, wie geht das?
„Maybrit Illner“ findet aktuell auch kein anderes Thema als das Schlechtmenschige. „Abschwung, Jobs und Klimarettung – riskieren wir unseren Wohlstand?“ soll diskutiert werden. Keine Sendung mehr ohne Aktivisten. Ganz einfach, so sieht das die Aktivistin Nina Treu. „Massiv umverteilen“, will sie. „Das gute Leben für alle“ sei das Ziel. Ach, klingt das schön. Nur, wie geht das?
Grünen-Chef Habeck sieht „Verteilungskämpfe“
Leider hat Robert Habeck, Grünen-Chef, bei „Maybrit Illner“ darauf keine Antwort. Ungefähre Aussagen wie „Wir messen Wohlstand falsch“ müssen herhalten. „Die Ausbeutung der Natur“ missfällt dem Politiker naturgemäß. Wer hätte das gedacht? Er prognostiziert für die Zukunft „Verteilungskämpfe, die jedes Maß an Demokratie übersteigen“.

Müssen wir in extreme Panik verfallen, wie Greta Thunberg fordert?
Müssen wir in extreme Panik verfallen, wie die weltberühmte 16-jährige Greta Thunberg fordert? Peter Altmaier, CDU-Wirtschaftsminister, verteidigt das Klimapaket der Bundesregierung. Von Radikalisierung hält er nichts. Und: Die Politik sei nicht phlegmatisch.
Deutschland – zu wenig offen für neue Technologien
Hören wir Mario Gutmann. Der Mann ist Techniker bei Bosch und zugleich Betriebsratsvorsitzender bei seinem Unternehmen am Bamberger Standort. Er ist kein Klimaleugner. Er findet es völlig richtig, dass alternative Energien zum Einsatz kommen. Wenngleich er es gleichzeitig für falsch hält, nur auf Elektro im Antrieb zu setzen. Deutschland, befindet er, sei derzeit noch lange nicht „Technologie-offen“.

Hysterie in der Klimadebatte? „Ein Riesenproblem“
Mario Gutmann hat aber noch ein anderes Anliegen. Es stört ihn die Hysterie in der Klimadebatte. Diese Hysterie sei „ein Riesenproblem“. In der Folge sieht der Bosch-Mitarbeiter, dass hunderttausende Arbeitsplätze in der Automobilindustrie dadurch wegfallen. Bei allem Verständnis für die Klima-Diskussion regt er sich über einen Punkt auf: „Die stehen alle auf der Straße und demonstrieren“, sagt er. Und fragt sich rhetorisch: „Wo wollen die mal arbeiten?“

https://m.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/tv-kolumne-maybrit-illner-wo-wollen-die-mal-arbeiten-bosch-mann-regt-sich-ueber-klima-hysteriker-auf_id_11187823.html?fbc=fb-shares%3FSThisFB&fbclid=IwAR3PkaUw7oanfL9VyxpUy1qHk1rf8qIwJZ6AZLjjoP1RNJDs_jiUAxqECiQ