Wir leben gerade in einer Zeit, wo es scheinbar recht einfach ist, mit Ängsten Geschäfte zu machen.

Sei es Berichte über den Weltuntergang auf Grund unseres Klimas oder die sorge um die Rente.

Mit angst kann man weder Probleme lösen noch zum vernünftigen denken animieren.

Wir benötigen Köpfe, die mit Ruhe und Gelassenheit die Lage peilen und Veränderungsmöglichkeiten erkennen.

Spekulanten, die mit irgendwelche unplausiblen Formeln die Lebenserwartungen einzelner Menschen berechnen wollen sollte man gleich alle Gehälter streichen. Es ist einfach nicht gut, wenn Menschen für Unfug auch noch redlich bezahlt werden!

FINANZIERUNGSLÜCKEN
Bundesbank empfiehlt, Renteneintrittsalter an Lebenserwartung zu koppeln
Der demografische Wandel reißt Löcher in die Rentenkassen. Der Vorschlag der Bundesbank: Wer länger Rente bezieht, sollte auch länger arbeiten.
Frankfurt Die Bundesbank geht von wachsenden Belastungen für die Rentenversicherung und einem steigenden Rentenalter in Deutschland aus. Das geht aus Simulationen in ihrem aktuellen Monatsbericht für Oktober hervor. Als wesentliche Gründe verweist die Bundesbank auf die geringeren Geburtenraten und die steigende Lebenserwartung, die das Rentensystem stark belasten würden.

„Künftig setzt die demografische Entwicklung die Rentenfinanzen unter Druck“, heißt es dazu in dem Bericht. Es werde erwartet, „dass die Lebenserwartung weiter steigt, und es treten die großen Baby-Boom-Kohorten ab Mitte der 2020er Jahre in den Ruhestand“.
Um die Lasten aufzufangen, sei mit steigenden Beitragssätzen, einem höheren Bundeszuschuss und einem geringeren Versorgungsniveau zu rechnen.

Die Berechnungen der Bundesbank reichen bis zum Jahr 2070 und basieren auf der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes. Ihre Ökonomen analysieren, wie sich die wachsenden Belastungen für die Rentenversicherung auffangen lassen.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten. So können der Beitragssatz, die Bundeszuschüsse zur Rentenversicherung und das Rentenalter steigen. Aktuell liegt der Beitragssatz bei 18,6 Prozent. Das gesetzliche Rentenalter steigt bis zum Jahr 2031 auf 67 Jahre.
Außerdem zahlt die Regierung aus dem Bundeshaushalt einen Zuschuss für die Rentenversicherung, der 2018 bei über drei Prozent der Wertschöpfung lag. Eine weitere Stellschraube ist das Versorgungsniveau. Dieses beschreibt, wie viel eine Standardrente wert ist im Vergleich zu einem Durchschnittseinkommen. Aktuell liegt das Versorgungsniveau bei etwa 48 Prozent und soll mindestens bis 2025 über dieser Marke bleiben.
Die Bundesbank kommt zu dem Fazit, „dass sich die demografischen Lasten kaum überzeugend über einzelne Stellgrößen auffangen lassen.“ Würde beispielsweise das Versorgungsniveau bei 48 Prozent und das Rentenalter bei 67 Jahren bleiben, müsste der Beitragssatz bis 2070 auf 31 Prozent steigen. Außerdem wären deutlich höhere Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt nötig. Nach den Berechnungen der Bundesbank würde der Mehrbedarf für den Etat aus heutiger Sicht etwa sieben Prozentpunkten des regulären Mehrwertsteuersatzes entsprechen.

Wichtig ist aus Sicht der Bundesbank daher, die Lasten breiter zu verteilen. Sie empfiehlt, das Rentenalter durch eine Indexierung mit der Lebenserwartung zu verknüpfen. Die Logik dahinter: Wenn die Menschen älter werden und länger Rente beziehen, müssen sie auch länger arbeiten. Denn auch nach der Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre sei davon auszugehen, dass die Lebenserwartung weiter zunimmt.

Konkret schlägt die Bundesbank vor, das Rentenalter so anzupassen, dass das Verhältnis zwischen Rentenbezugs- und Beitragsjahren stabil bleibt. Die höhere Lebenserwartung führt dann dazu, dass die Menschen länger arbeiten, aber auch länger Rente beziehen.

Längeres Arbeiten nicht für alle möglich
In diesem Szenario würde das Rentenalter bis zum Jahr 2070 auf 69 Jahre und vier Monate steigen – also ab 2032 jedes Jahr durchschnittlich um einen dreiviertel Monat. Auch in diesem Szenario würden der Beitragssatz und die Bundeszuschüsse bis etwa 2040 relativ stark steigen und das Versorgungsniveau sinken. „Der Anpassungsbedarf wäre aber jeweils deutlich geringer als ohne indexiertes Rentenalter“, schreibt die Bundesbank.

„Diese Anpassung des gesetzlichen Rentenalters würde nicht nur die Rentenversicherung entlasten. Sie würde über eine höhere Erwerbstätigkeit auch das gesamtwirtschaftliche Potenzial starken und damit die Bemessungsgrundlagen für Steuern und Sozialbeitrage stützen.“

Ein Problem wäre, dass es nicht für jeden ohne weiteres möglich wäre, länger zu arbeiten. Gerade in in Berufen, die mit hoher körperlicher Anstrengung verbunden sind, wie zum Beispiel bei Dachdeckern, ist dies kaum möglich. Dies sehen die Ökonomen der Bundesbank allerdings nicht grundsätzlich als Hindernis. Vielmehr sei ein angemessener Schutz durch die Erwerbsminderungsrente nötig. Zuletzt sei die Absicherung hier aber spürbar ausgeweitet worden.
https://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/finanzierungsluecken-bundesbank-empfiehlt-renteneintrittsalter-an-lebenserwartung-zu-koppeln/25137856.html?fbclid=IwAR3yHs7XykNiFSqp4TsWOZd3izjI0JJ1nZAgbpZ3DPggoEE7RA9adsHlk4s&share=fb&ticket=ST-54429333-UJxqsrBTKNIzceMmJw6P-ap5