Das Menschenbild der sozialen Marktwirtschaft

Das Menschenbild der sozialen Marktwirtschaft ist geprägt durch Dualismus. Zum Einen wird der Mensch als Individuum angesehen, zum Anderen auch als Kollektivwesen. Der Mensch steht mit seinen Talenten und Fähigkeiten im Mittelpunkt und besitzt einen größeren Wert, als in der freien Marktwirtschaft, was allein schon durch die Umverteilung der Einkommen deutlich wird. Jeder trägt die Verantwortung für sich und für andere im Voraus (s. Generationenvertrag) und bekommt, laut Subsidiaritätsprinzip, Hilfe, wenn er sich selbst nicht mehr helfen kann.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Aus der ideologischen Selbstüberhebung des Menschen über den Menschen mit allen ihren schrecklichen Folgen während der Nazizeit wurde die Erkenntnis verfassungsmäßig verankert, dass jeder Mensch – unabhängig von Rasse, Religion, Geschlecht und auch der behinderte Mensch – in seiner Würde jeder Verfügungsmacht entzogen ist, weil ein Verstoß gegen diesen Grundsatz in die Inhumanität führen muss. Es gibt aus dieser Perspektive kein lebensunwertes Leben. Der Mensch steht also unter dem Schutz der staatlichen Ordnung. Seine Grundrechte in den Artikeln 1 bis 20 Grundgesetz (GG) sind nach Art. 79 Abs. 3 nicht veränderbar.