«Akku von E-Auto hätte explodieren können»

Ein Elektroauto, das auf der A4 bei Goldau Feuer fing, stellte die Feuerwehr vor Herausforderungen. Besonderes Augenmerk musste sie auf den Akku richten.
Gegen 14.30 Uhr kam es am Montag auf der Autobahn A4 bei Goldau zu einem aussergewöhnlichen Brand: Zwischen Goldau und Küssnacht hatte ein Elektro-Auto Feuer gefangen. Es handelt sich um einen modernen E-Soul der Marke KIA.
Akku war für Feuerwehrleute eine grosse Gefahr

«Es war das erste brennende E-Auto im Kanton Schwyz, das wir löschen mussten», sagte Thomas Gwerder, Kommandant der Feuerwehr Schwyz. Es war deshalb ein ganz besonderer und heikler Einsatz: «Bei einem herkömmlichen Auto kann man einfach die Motorhaube öffnen und mit Löschen beginnen, das ist bei einem E-Auto nicht möglich.» Wegen der Akkus, die man nicht einfach so löschen kann, stellten solche Einsätze eine grosse Gefahr dar: «Der Akku könnte explodieren oder unsere Einsatzkräfte könnten von einem Stromschlag getroffen werden.»

Deshalb gehen Feuerwehren bei Autobränden heute anders vor als noch vor wenigen Jahren: «Zuerst prüfen wir immer, ob es sich beim Brand-Auto um ein Elektrofahrzeug, einen Hybrid oder um einen Verbrennungsantrieb handelt. Man erkennt nicht immer sofort, ob es sich um ein E-Auto handelt», sagt Gwerder.

Tanklöschfahrzeug begleitete Abschleppdienst

Beim ersten Einsatz in Schwyz wurde konkret natürlich zuerst das Auto gelöscht. Auch nachher war der Akku aber noch eine Gefahr. Das Brandwrack musste deshalb schonend und vorsichtig geborgen werden, weil die kaputten Akkus sonst erneut hätten reagieren können. Wir haben einen Abschleppdienst organisiert und über die besondere Gefahr orientiert. «Den Abtransport begleiteten wird mit einem Tanklöschfahrzeug, damit wir jederzeit wieder hätten reagieren können», sagt Gwerder.

Anschliessend sei das Wrack zur Autohilfe Emmen gebracht worden. Dort stünden spezielle Einrichtungen bereit, um ein Brand-Auto mit Akku gesichert zu lagern, bis vom Akku keine Gefahr mehr ausgeht. 24 Stunden lang nämlich stellen solch beschädigte Akkus von E-Autos noch eine Gefahr dar.

Die Gefahr durch brennende E-Autos sei bei der Feuerwehr Schwyz natürlich schon thematisiert worden, um im Ernstfall gerüstet zu sein, sagt Kommandant Gwerder. Nun, nach dem ersten Einsatz, zieht er ein positives Fazit: «Er ist gut abgelaufen.»

Feuerwehren rüsten auf

Weil in der Schweiz mehr als 20’000 vollelektrische Fahrzeuge registriert sind, müssen die Blaulichtorganisationen aufrüsten. Deshalb gibt es bereits Feuerwehren, die Wannen oder Container angeschafft haben, in der abgebrannte E-Autos ins Wasser getaucht werden, damit sich die Batterie abkühlen kann.
https://www.20min.ch/schweiz/zentralschweiz/story/-Akku-von-E-Auto-haette-explodieren-koennen–16920144