Haben kein Cent einbezahlt …. und bekommen horrende Diäten

Politiker können schon mit 56 volle Pension kassieren
Rente erst mit 70? Einige Bundestagsabgeordnete dürfen bereits mit 56 Jahren und mit der vollen Pension in den Ruhestand gehen. Sie sind allerdings auch nicht die Einzigen, für die Ausnahmen gelten.
Die Rente mit 70 entwickelt sich in Deutschland zu einem großen Thema. So ist Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für eine Koppelung der Lebensarbeitszeit an die steigende Lebenserwartung. Die Junge Union hält eine Anhebung des Rentenalters auf 70 Jahre für angemessen.
Abgeordnete des Bundestages allerdings können derzeit bereits mit 56 Jahren mit vollen Bezügen in Pension gehen, wie die „Bild“-Zeitung berichtet. Zwar gilt für sie auch die schrittweise Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre. Doch wer länger als acht Jahre im Bundestag sitzt, zieht mit jedem zusätzlichen Jahr seinen Pensionsbeginn ein Jahr vor, bis um maximal zehn Jahre.

Ein Abgeordneter, der 1960 geboren ist und 18 Jahre im Parlament gearbeitet hat, könnte heute mit 56 Jahren und einer Pension von 4087 Euro in den vorzeitigen Ruhestand gehen, rechnet die Zeitung vor. Im Durchschnitt sind Bundestagsabgeordnete rund zehn Jahre im Amt, im Schnitt erhalten sie also zwei Jahre früher als vorgesehen ihre vollen Pensionsbezüge. Private Einkünfte, wenn der Abgeordnete etwa in der Wirtschaft weiterarbeitet, werden zudem nicht auf die Pension angerechnet.

Neben Abgeordneten gibt es auch für andere Berufsgruppen Ausnahmen. Ein Jetpilot der Bundeswehr kann mit 41 Jahren in den Ruhestand gehen, ein Berufsunteroffizier mit 54, ein Oberstleutnant mit 59, ein Bundespolizeibeamter mit 62 Jahren.

Viele würden Rentenalter von 70 gar nicht erreichen
In der neuen Renten-Debatte warnt die Partei Die Linke: Mehr als jeder Fünfte würde heute ein Rentenalter von 70 Jahren nicht erreichen. Das hat die Linke-Abgeordnete Sabine Zimmermann errechnet. 135.000 der Verstorbenen eines Jahres waren zuletzt 65 Jahre oder jünger, 185.000 (22 Prozent) waren 70 Jahre oder jünger.

Vor allem Geringverdiener erreichen das Rentenalter laut Statistik nicht. Zu den häufigsten Todesursachen der 50- bis 75-Jährigen zählen Herzinfarkt, Magen- und Lungenkrebs.
Das sind zugleich Krankheiten, unter denen Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status häufiger leiden, wie aus einer Darstellung des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. Jede Erhöhung des Renteneintrittsalters bringe demnach insbesondere Geringverdienende um die Früchte ihrer Arbeit.

Die aktuellen Zahlen zeigten auch, dass schon heute ein Arbeiten in Vollzeit bis zum Renteneintrittsalter für die meisten nicht möglich ist, sagte Zimmermann. „Was wir brauchen, ist Arbeit für über 60-Jährige und keine Erhöhung des Renteneintrittsalters.“

Die Erwerbstätigenquote lag 2014 bei den 60- bis 65-Jährigen bei 52,3 Prozent – im Gegensatz zu 76,9 Prozent bei den 55- bis 60-Jährigen. Allerdings war sie bei der älteren Gruppe seit 2004 viel deutlicher gestiegen, damals lag sie nur bei 25,1 Prozent.
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