Nach Militär-Offensive in Syrien

Trump kündigt Sanktionen gegen die Türkei an
m Mittwoch startete die Türkei eine Militäroffensive in Nordsyrien.
Mehrere Länder verkündeten einen Exportstopp von Kriegsmaterialien an die Türkei.
In der Schweiz demonstrieren Kurden gegen die türkischen Angriffe.
Mehrere türkische und kurdische Kämpfer getötet – IS-Angehörige aus bewachtem Camp geflüchtet
US-Präsident Donald Trump nannte die Offensive eine «schlechte Idee».
Trump kündigt Sanktionen gegen Türkei an
Nach dem Einmarsch türkischer Truppen in Syrien hat US-Präsident Donald Trump nun Sanktionen angekündigt. In einer Mitteilung Trumps hiess es am Montag, unter anderem würden wegen der «destabilisierenden Handlungen der Türkei in Nordost-Syrien» Strafzölle auf Stahlimporte aus der Türkei wieder auf 50 Prozent angehoben. Zudem wolle er ein Einreiseverbot der Türken in die USA aushängen.

Donald J. Trump

@realDonaldTrump
Statement from President Donald J. Trump Regarding Turkey’s Actions in Northeast Syria

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18.300
21:55 – 14. Okt. 2019
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17:58 Uhr
US-Truppen in Nordsyrien erhalten Befehl zum Abzug
Alle in Nordsyrien stationierten US-Truppen haben den Befehl erhalten, wegen der türkischen Militäroffensive gegen die Kurden das Land zu verlassen. Rund 1000 Soldaten würden Syrien verlassen, lediglich ein kleines Kontingent von 150 US-Soldaten bleibe auf dem südsyrischen Stützpunkt Al-Tanf stationiert, sagte ein US-Vertreter am Montag der Nachrichtenagentur AFP

«Wir setzen den Befehl um», sagte der US-Vertreter. US-Präsident Donald Trump hatte den Abzug angeordnet. US-Verteidigungsminister Mark Esper hatte am Sonntag den Abzug von bis zu 1000 US-Soldaten aus Nordsyrien angekündigt, nachdem Trump diesen nach Gesprächen mit seinem Sicherheitskabinett angeordnet habe.

Die Türkei hatte am Mittwoch nach einem teilweisen Rückzug von US-Soldaten aus dem syrischen Grenzgebiet ihre lange angedrohte Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG begonnen. Mehr als 160’000 Zivilisten wurden bislang in die Flucht getrieben.

13:30 Uhr
EU stoppt Waffenlieferung an Türkei
Die Europäische Union hat die Waffenexporte an die Türkei gestoppt. Das sagt Luxemburgs Aussenminister Jean Asselborn dem ARD-Mittagsmagazin. Grund dafür ist die Militäroffensive in Nordsyrien.

13:01 Uhr
Syrische Truppen an türkische Grenze verlegt

Syrische Regierungstruppen haben in Kurdengebieten nahe der Grenze zur Türkei Stellung bezogen, um sich der laufenden türkischen Militäroffensive entgegenzustellen.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Montag, die Soldaten seien in dem Gebiet zwischen den syrischen Städten Al-Hassaka und Ras al-Ain eingerückt. Sie befinden sich damit in der sogenannten Sicherheitszone, die die Türkei im Norden Syriens errichten will.

Die syrische staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, dass Regierungstruppen ebenfalls in der Stadt Tall Tamar nordwestlich von Al-Hassaka angekommen seien. Fernsehberichten zufolge warfen Menschen ihnen Blumen zu und sangen «Tod für Erdogan». Auf den von Sana verbreiten Bildern schwenkten Menschen bei Autokorsos in der Stadt die syrische Fahne.

Am Sonntag hatten die von den kurdischen Milizen angeführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) mit der syrischen Regierung eine Vereinbarung getroffen, wonach diese den Kurden zu Hilfe kommt. Die syrische Armee werde im Norden der «türkischen Aggression auf syrischem Boden entgegentreten», berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Sonntag.

11:00 Uhr
Frankreich fordert Sondertreffen der Anti-IS-Koalition

Frankreichs Aussenminister Jean-Yves Le Drian. (AFP)

Frankreich fordert angesichts der türkischen Militärintervention in Nordsyrien eine Sondersitzung der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). «Es ist jetzt wichtig, dass wir zusammenkommen, um die neuen Gegebenheiten zu bewerten», sagte der französische Aussenminister Jean-Yves Le Drian am Montag am Rande eines EU-Aussenministertreffens in Luxemburg.

Es bestehe das Risiko, dass die türkische Militäroffensive zu einem Wiedererstarken des IS führe. Für Frankreich sei der IS aber der «Hauptfeind».

In der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition waren zuletzt mehrere Dutzend Staaten organisiert, darunter auch die Türkei. Die Möglichkeit zu einem Treffen gäbe es zum Beispiel Ende der kommenden Woche. Am 24. und 25. Oktober kommen ohnehin die Verteidigungsminister der Nato-Staaten zu einem Treffen in Brüssel zusammen. Im Anschluss an das Nato-Treffen gab es bereits häufiger Treffen der Anti-IS-Koalition. (SDA)

10:00 Uhr
Schweizer IS-Frau berichtet: «Es sind nicht mehr viele Wachen beim Camp»

Die Schweizer IS-Frau im Gespräch mit SRF. (Screenshot SRF)
Die Kurden in Nordsyrien stehen unter Druck. Sie können die Bewachung von IS-Gefangenen offenbar nicht mehr sicherstellen, seit die Türkei vergangene Woche die Militäroffensive gestartet hat. Mehr als 800 Dschihadisten sollen bereits entkommen sein.
Das SRF zitiert eine Schweizer IS-Frau, mit der die Journalisten seit mehreren Monaten in Kontakt stehen. Sie stammt nach SRF-Berichten aus Lausanne und ist mit ihrer inzwischen zwei Jahre alte Tochter seit knapp zwei Jahren in einem Camp im äussersten Nordosten Syrien interniert. «Die Kurden sind in Panik», schrieb die Mutter an die SRF-Journalisten. Erdogans Angriffe seien in ihrem Camp deutlich zu hören.

Offenbar werden die kurdischen Soldatinnen – für das Camp inhaftierter Frauen und Kinder sind weibliche Truppenteile der kurdischen Miliz zuständig – nun vermehrt an der Front gebraucht. Und die Schweizer IS-Frau hat eine alarmierende Nachricht: «Es sind nicht mehr viele Wachen, welche das Camp bewachen.»

04:58 Uhr
Frankreich kündigt Massnahmen zum Schutz der Truppen in Syrien an
Frankreich kündigt Schritte zur Gewährleistung der Sicherheit der französischen Truppen und Zivilisten im Nordosten Syriens an. Nach einer Dringlichkeitssitzung des Verteidigungskabinetts sagte die französische Präsidentschaft am Montag, das „in den kommenden Stunden“ Massnahmen ergriffen werden, um die französische Streitkräfte und Zivilpersonen zu schützen, die als Teil der internationalen Koalition gegen den Islamischen Staat (IS) kämpfen oder humanitäre Hilfe vor Ort leisten.

Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Französische Beamte hatten zuvor gesagt, dass ein US-Rückzug aus Syrien Frankreich zu einem Abbruch des Einsatzes zwingen würde, da die französischen Truppen auf die logistische Unterstützung der USA angewiesen seien.

Die US-Regierung gab am Sonntag den Abzug von rund 1000 Soldaten aus dem Norden Syriens bekannt. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron fordern ein sofortiges Ende der türkischen Militäroffensive in Syrien.

13.10.2019, 23:08 Uhr
Kurden verbünden sich mit Damaskus
Die Eskalation in Nordsyrien schafft ungewöhnliche Verbündete. Nach dem Abzug der USA aus Nordsyrien suchen die Kurden Schutz beim Asad-Regime. Die Kurdenverwaltung in Nordsyrien hat eine Einigung mit der Regierung in Damaskus über eine Stationierung syrischer Truppen nahe der Grenze zur Türkei bekannt gegeben, um die türkische Offensive in Nordsyrien zurückzuschlagen.

«Um diese Aggression zu verhindern und sich ihr entgegenzustellen, wurde mit der syrischen Regierung eine Vereinbarung erzielt», teilte die Kurdenverwaltung am Sonntag in einer Erklärung auf Facebook mit.

«Wichtiger Wendepunkt» im Syrien-Konflikt
Die Armee solle die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), ein Bündnis der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und arabischer Milizen, unterstützen, hiess es von Seiten der Kurden. Weitere Angaben zu der Vereinbarung, etwa ob die Kurden Kompromisse bei ihrer Selbstverwaltung im Norden machen würden, wurden nicht gemacht.

Dass Amerikas ehemalige Verbündete in Syrien mit Damaskus kooperieren, stelle einen wichtigen Wendepunkt im Krieg dar, schreibt die «New York Times». Die USA verzichten abrupt auf Jahre der Politik, die auf der Zusammenarbeit mit einer kurdisch geführten Miliz zur Bekämpfung des islamischen Staates basierte. Das Bündnis sollte auch den Einfluss der syrischen Regierungspartner Iran und Russland begrenzen, so die Zeitung.

Zweckbündnis gegen Türkei
Damaskus hatte den Kurden in der Vergangenheit wegen ihres Bündnisses mit den USA Verrat vorgeworfen. Überdies lehnt die syrische Regierung die Selbstverwaltung der Kurden ab und will, dass kurdische Gebiete wieder unter Kontrolle der Zentralregierung fallen.

Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge machten die Kurdenverwaltung und die SDF „Kompromisse mit Syrien, um den Vormarsch der türkischen Truppen im Norden zu stoppen“.

Die Türkei hatte am Mittwoch nach einem Rückzug von US-Soldaten aus dem syrischen Grenzgebiet ihre lange angedrohte Militäroffensive gegen die Kurdenmiliz YPG begonnen.

Zunehmend ausweglose Lage
Die kurdische Autonomieverwaltung in der Region beschrieb die Vereinbarung mit Damaskus als Ergebnis einer zunehmend ausweglosen Lage. «In den vergangenen fünf Tagen sind die abscheulichsten Verbrechen gegen unbewaffnete Zivilisten begangen worden», hiess es in einer Mitteilung.

Kurdische Kämpfer nehmen am Sonntag an der Beerdigung der kurdischen politischen Führerin Hevin Khalaf und weiterer Opfer der türkischen Militäroffensive teil. Die Politikerin und mindestens neun Zivilisten seien von Pro-Ankara-Kämpfern «hingerichtet» worden, erklärte das syrische Observatorium für Menschenrechte. (AFP)

13.10.2019, 19:49 Uhr
Syrien schickt Truppen an die Front
Als Reaktion auf die türkische Offensive in Nordsyrien entsendet die syrische Armee Truppen in das Gebiet. Die Armee werde sich der türkischen «Aggression» entgegenstellen, meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana am Sonntag.

«Syrische Armeeeinheiten werden nach Norden verlegt, um sich der türkischen Aggression auf syrischem Gebiet entgegenzustellen», hiess es in dem Bericht. Nähere Details zu der Mobilmachung wurden zunächst nicht genannt.

Bislang waren syrische Regierungstruppen in bestimmten kurdischen Gebieten stationiert, um eine türkische Offensive zu verhindern. Ein Kurdenvertreter, der anonym bleiben wollte, berichtete derweil von «Verhandlungen» zwischen der Verwaltung der halbautonomen Kurdenregion und der syrischen Regierung.

13.10.2019, 19:30 Uhr
Merkel und Macron fordern Ende der türkischen Offensive
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron fordern ein sofortiges Ende der türkischen Militäroffensive in Syrien.

Sie habe am Sonntag eine Stunde mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan telefoniert, sagte Merkel am Abend vor Beratungen mit Macron in Paris. Auch wenn es berechtigte Sicherheitsinteressen der Türkei gebe, müsse diese Offensive beendet werden. Die humanitären Folgen seien gravierend und die Gefahr, dass die Extremistenmiliz IS wieder erstarke, erheblich.

Macron äusserte die selbe Ansicht. «Wir haben den gemeinsamen Wunsch, dass die Offensive beendet wird», sagte er. Als Gründe führte er ebenfalls die Folgen für die Menschen in der Region und ein mögliches Erstarken des IS an.

Die Türkei hatte am Sonntag ihre Offensive gegen die Kurden-Miliz YPG den fünften Tag in Folge fortgesetzt. Nach Angaben von kurdischen Behörden flohen fast 800 Familienmitglieder und Anhänger des IS aus einem Gefangenenlager in der Nähe von Tel Abjad, nachdem türkische Streitkräfte das Lager beschossen hatten.

Erdogan wies die Berichte zurück. Das seien Desinformationen, die darauf abzielten, den Westen zu provozieren, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu.
https://www.blick.ch/news/ausland/tuerkei-offensive-in-nordsyrien-alle-aktuellen-ereignisse-und-news-zum-konflikt-im-ticker-id15558294.html