Erstochener Therapiehund ist Sachbeschädigung – Petition gestartet

Der Fall des erstochenen Therapiehundes Aiko hat für Entsetzen gesorgt – nicht zuletzt, weil sein Tod offiziell als Sachbeschädigung gilt. Inzwischen haben mehr als 4000 Menschen eine Petition unterzeichnet. Sie fordern, dass sich die Gesetzeslage ändert.
Dieser Fall hat vergangene Woche für Schlagzeilen gesorgt: In Auringen (Wiesbaden) ist ein Therapiehund auf offener Straße mit einem Messer erstochen worden. Der Nachbar seiner Besitzerin hat die Tat begangen – er soll ihr und Hund Aiko in einem Gebüsch aufgelauert haben.

Eine harte Strafe dürfte den Mann deswegen jedoch nicht erwarten. Denn Tiere gelten nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes rechtlich gesehen als Sache. Aus diesem Grund wird auch die vorsätzliche Tötung eines Tieres als Sachbeschädigung behandelt.
Genau gegen diesen Umstand regt sich jetzt allerdings Protest. Tierfreunde haben eine Petition beim Portal change.org gestartet, die eine Änderung der Gesetzeslage fordert. Inzwischen haben mehr als 4200 Menschen den Aufruf unterzeichnet.

Lesen Sie auch: Mutiger Welpe beschützt Kinder vor Giftschlange – und bezahlt mit seinem Leben

Hund war für Besitzerin lebenswichtig
„Durch den Körper eines Tieres fließt Blut, sie haben Organe, können Trauer empfinden und auch Freude“, heißt es dort. „Sie erleiden Schmerzen! Alles genau so wie bei einem Menschen.“

Alle Tiere müssten demnach als Lebewesen anerkannt werden, heißt es weiter. Tiere, die „offiziell zur Lebensmittelgewinnung dienen“, seien davon jedoch ausgenommen. Die Petition endet mit dem Satz: „Den Täter, der ein solches quält oder tötet, muss die volle Härte des Gerichts treffen! Menschen, die so was tun, sind krank! Sie gehören eingesperrt, genauso wie wenn sie einen Menschen quälen oder töten!“

Der Tod von Hund Aiko ist für seine Besitzerin überaus tragisch. Sie leidet an multipler Sklerose und war auf den zehnjährigen Therapiehund angewiesen. Wie die Halterin dem Portal „Der Westen“ erklärte, passte es dem mutmaßlichen Täter offenbar nicht, dass der Hund auch ohne Leine unterwegs war.

RND/msc
https://www.paz-online.de/Nachrichten/Panorama/Erstochener-Therapiehund-ist-Sachbeschaedigung-Petition-gestartet?fbclid=IwAR0HmCxjRptIcQThNAme6584hMbK3U8enMR1mdvkaubEyLwuB1PIDs8vmbo