Reifen-Hersteller Michelin schließt Werk in Bayern – fast 900 Mitarbeiter betroffen

Bis 2021
Schlechte Nachrichten für die Arbeiter bei Michelin: Das Werk in Hallstadt schließt. Die Stadt Bamberg reagiert entsetzt. „Das ist eine schlimme Nachricht für die Region, insbesondere für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt OB Andreas Starke.

Wie die Michelin-Gruppe auf ihrer Homepage verkündet, soll das Werk bis Anfang 2021 geschlossen werden. Die 858 Beschäftigten am Standort sind laut Mitteilung am Mittwoch über die Schließung informiert worden. „Das ist eine schlimme Nachricht für die Region, insbesondere für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, wird Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke in einer Pressemitteilung der Stadt am Mittwochnachmittag (25.09.2019) zitiert.

Auch Landrat Johann Kalb „zeigt sich bestürzt über die Entscheidung von Michelin, die Reifenproduktion in Hallstadt einzustellen“, wie das Landratsamt Bamberg mitteilt. „Das trifft nicht nur mehr als 850 Beschäftigte, sondern mehr als 850 Familien“, wird Kalb zitiert. „Wir müssen nun gemeinsam dafür sorgen, dass jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter und jeder Auszubildende einen Arbeitsplatz findet“, so der Landrat weiter.
Das 1971 gegründete Michelin Werk Hallstadt produziert überwiegend Pkw-Reifen in 16 Zoll. Laut dem Unternehmen wurden seit 2013 60 Millionen investiert, um dieses Segment zu erhalten – gegen die weltweit rückläufige Nachfrage und den starken asiatischen Wettbewerb kamen sie damit aber nicht an. Bambergs Oberbürgermeister Starke und der Landrat Johann Kalb vereinbarten nun die Bildung einer „Task force“, um der betroffenen Belegschaft zu helfen, wie die Stadt Bamberg mitteilt.
Wie geht es weiter?
Michelin beschreibt in ihrer Mitteilung die Perspektiven für die Mitarbeiter: „Die Michelin Gruppe wird ein umfassendes und personalisiertes Maßnahmenpaket für jeden Mitarbeiter des Standorts anbieten. Zu diesem sollen die Dienste einer Transfergesellschaft ebenso gehören, wie rentennahe Berufsausstiegsmöglichkeiten und das Prüfen von internen Beschäftigungsmöglichkeiten. Im nächsten Schritt sollen Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft aufgenommen werden, um die Details der Umsetzung dieser Maßnahmen festzulegen.“

Schon seit Monaten herrscht unter den Arbeitern Unsicherheit über die Zukunft des Standorts. Im Wirtschaftsreferat der Stadt Bamberg „sieht man die Schließung des Hallstadter Werks im Zusammenhang mit der weltweiten Krise der Automobilzuliefererindustrie“, heißt es in der Pressemitteilung. Gerade die Bamberger Region sei davon stark betroffen, weil hier rund 20.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Automobilzuliefererindustrie abhängig sind.

„Dank der hervorragenden Entwicklung des Landkreises Bamberg auf dem Arbeitsmarkt stehen nach Einschätzung des Landrates die Chancen dafür gut, dass jeder Mitarbeiter eine neue Beschäftigung findet“, wie das Landratsamt in einer Pressemitteilung erklärt. Derzeit gibt es laut Jobcenter wohl rund 3000 offene Stellen in Stadt und Landkreis Bamberg.
https://www.focus.de/regional/bayern/schliessung-hallstadt-bei-bamberg-michelin-werk-schliesst_id_11182362.html?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=facebook-focus-online-finanzen&fbc=facebook-focus-online-finanzen&ts=201909251408&cid=25092019&fbclid=IwAR2utWrCPLChaCWDFrPOG6UMHALzWkgfdRVMNfZTsrdwnKtlrZoR7JBFW10