Wenn Bürokraten hirnlastig arbeiten…

Berlin kauft Wohnungen von Investor zurück und zahlt 545 Millionen Euro drauf
Anfang 2015 verkauft die Stadt Berlin tausende Wohnungen an den luxemburgischen Investor ADO Properties. Berlin kauft diese Wohnungen und ein paar Gewerbeeinheiten nun zurück, fast zum dreifachen Preis. Verkauft wurden damals 5750 Wohnungen für 375 Millionen Euro. Zurückgekauft hat man nun laut der Zeit knapp 6000 Wohnungen und 70 Gewerbeeinheiten zum Preis von 920 Millionen Euro. Wie hoch die Investitionen waren, die ADO Properties in den Wohneinheiten getätigt hat, ist nicht gänzlich nachvollziehbar.
Das damalige Portfolio umfasst 5750 Wohnungen und befindet sich in den Stadtbezirken Spandau und Reinickendorf; die Immobilien wurden in den 1960ern und 1970ern errichtet. ADO Properties und die Deutsche Wohnen AG hatten sich 2015 auf einen Akquisitionspreis von EUR 375 Millionen Euro geeinigt.
„Wir haben eine sorgfältige technische Due Diligence der Gebäude vorgenommen und einen Investitionsplan für die nächsten fünf Jahre entwickelt, um angemessene und moderne Wohnbedingungen zu gewährleisten“, sagte Savion. Man investiere langfristig und verfolge dabei zwei Ziele: für die Mieter wolle man bezahlbaren, nachhaltigen Wohnraum schaffen und für den Vermieter die Notwendigkeit künftiger Instandhaltungsmaßnahmen verringern, wurde 2015 im BundesBauBlatt berichtet. Was die Haufe Gruppe damals darüber berichtete, lesen sie hier.

Die Zeit berichtet auf ihrem Online Auftritt gestern so: „Gekauft werden Wohnungen sowie 70 Gewerbeeinheiten in zwei großen zusammenhängenden Quartieren in Berlin-Spandau und Berlin-Reinickendorf. Der Kaufpreis beträgt demnach 920 Millionen Euro, die Übernahme ist für Dezember 2019 geplant. Für den Erwerb gibt es keine Zuschüsse des Landes.“
Weiter in dem Artikel der Zeit ist folgendes Statement Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) nachzulesen: “Die Fehler, die in der Vergangenheit mit dem Verkauf dieser Bestände gemacht wurden, können wir nicht rückgängig machen, wohl aber den Mieterinnen und Mietern die Sicherheit zurückgeben, die sie durch die zwischenzeitliche Privatisierung verloren hatten”, sagte die Senatorin.

An diesem Beispiel kann man sehen, wie teuer es werden kann, wenn kommunale Projekte privatisiert werden und die Folgen nicht ausreichend bewertet wurden. Dieser Vorgang aus Berlin kann ein Lehrstück sein, für weitere Privatisierungsvorhaben in der Hauptstadt, im Land und der ganzen Republik.

Berlin kauft Wohnungen von Investor zurück und zahlt 545 Millionen Euro drauf