Redaktion Der Tag

‎Reinhard Götz‎ an Netzwerk
26. September um 18:19 ·

Sind wir noch zu retten? Die neue deutsche Abstiegsangst

Politik wird entweder von Hoffnung oder von Angst geprägt. Fortschrittsdenken und Hoffnung war mal stark unterstützende Element, für die Linken. Fortschrittsglaube und Hoffnung sind mit der Diskreditierung des unbegrenzten Wachstumes nicht mehr vorhanden und rechte Parteien werden mittlerweile viel vielen stärker als Protestparteien gegen persönlichen sozialen und auch internationalen Abstieg wahrgenommen als die Linken, Grünen und die SPD.

Nur 10% der Deutschen halten sich für Linke und nur 6% der Deutschen halten sich für politisch rechtsstehend. 80% der Deutschen haben Abstiegsängste. (gesellschaftlich, finanziell, international)

Dadurch schadet es der Linken auch so sehr, wenn sie Wagenknecht wegen solcher Aussagen als Außenseiterin behandelt:

„Zuwanderung bedeutet auch mehr Druck auf die Löhne und mehr Konkurrenz um Wohnraum und soziale Leistungen.“

Reinhard Götz
25. September um 04:55 ·
Wenn ich versuche, mir mal die Politik und das Gebaren der Parteien in den westlichen Länder aus einer möglichst neutralen Sichtweise anzuschauen, dann fällt mir als erstes auf, dass sich die meisten nicht politisch engagieren, um etwas bestimmtes zu erreichen, sondern die meisten politisch Interessierten wollen in erster Linie etwas verhindern.

Ich skizziere das hier nur grob und unvollständig auf, aber es sollte verdeutlichen was ich zum Ausdruck bringen möchte.

Die Linken wollen die Ausbeutung und Unterdrückung der Schwachen und Schutzbedürftigen verhindern.

Die Sozialdemokraten wollen das auch, wollen aber dabei nicht die risikobereiten und ehrgeizigen unternehmerischen Kräfte zu sehr belasten.

Die Grünen, wollen auch die Ausbeutung und Unterdrückung der Schwachen und Schutzbedürftigen verhindern und wollen ganz besonders die Umweltzerstörung und Umweltverschmutzung verhindern.

Die FDP will zu hohe Steuern und Einschränkungen für die Privilegierten verhindern.

Die CDU will zu hohe Steuern und Einschränkungen für die Privilegierten verhindern und hält über die Privilegien der Kirchen eine schützende Hand.

Die CSU will zu hohe Steuern und Einschränkungen für die Privilegierten und Landwirte verhindern, hält eine schützende Hand über die Privilegien der Kirchen und kann sich auf Grund hoher Steuereinnahmen in Bayern einen kleinen sozialen Anstich verleihen.

Die AFD will eine unkontrollierte und ausufernde Einwanderung verhindern und will zu hohe Steuern und Einschränkungen für alle verhindern.

Wenn mich meine Wahrnehmung da nicht täuscht, bedeutet das, dass sich die meisten Menschen sich aus Angst vor der Verschlechterung der eigenen Situation engagieren.

Angst, Furcht und Besorgnis sind keine gute Ausgangsemotionen für ein konstruktives Verhalten und erklärt vielleicht so manche destruktive politische Auseinandersetzung.

Auch hier bewirkt das Naturgesetzt des Ausgleichs eine zunehmende Radikalisierung. Je mehr eine Seite ihre Interessen durchsetzen kann, um so stärker wirden die anderen Parteien ihre entgegengesetzte Interessen vertreten.

Wenn in so eine destruktive politische Landschaft, plötzlich eine neu politische Kraft oder Person auftreten würde, die sich darauf konzentrieren würde, positive (konstruktive) Ziele anzustreben, ohne sich mit den vorhandenen politischen Kräften zu beschäftigen oder zu streiten, hätte diese Person oder Partei auch in Deutschland eine gute Aussicht auf Erfolg.