Auf der Jagd – Die Lust am Beute machen – radioWissen — 25.09.2019

Wie die ersten Höhlenmalereien belegen, gab die Jagd den Anstoß für die
kulturelle Entwicklung des Menschen, die ihm zu seiner überlegenen Sonderrolle
im Reich der Natur verhalf.

Mit der eiweißhaltigeren Kost vergrößerte sich das Gehirn. Das gemeinsame Vorgehen zu planen und Werkzeuge oder Waffen zu bauen, verlangte Intelligenz und Ausdrucksvermögen.

Die Psychoanalytikerin Angela Mauss-Hanke sagt:
Uns Menschen beherrscht von Geburt an Gier eine Grundverfasstheit, nach Mehr, nach etwas haben wollen, den eigenen Einflussbereich erweitern, die Welt unter Kontrolle zu bekommen.

Das menschliche Verhalten ist von Triebimpulsen und Außenreizen gesteuert. Eine
existenzielle Angst lässt uns offenbar ständig nach Daseinsberechtigung suchen.
Dazu gehört auch der wiederholte Beweis, Dass man etwas ist, dass man vielleicht sogar was Besonderes ist, also die meisten möchten auch was Besonderes sein. Und dass man das damit unterfüttert, dass man einen bestimmten Besitz hat und sich aneignen kann.

Den Menschen stachelt bei all seinem Treiben, Hetzen, Jagen unbewusst wohl an:
„Dass wir uns mit unseren Grenzen nicht zufriedengeben wollen und dass wir da
immer wieder auf die verschiedensten Weisen versuchen drüber wegzukommen.

Ersatzhandlungen prägen unsere Kultur. So beschrieb es Sigmund Freud in
seiner berühmten, 1930 publizierten Schrift „Das Unbehagen an der Kultur“.

„Wenn man sich zum Beispiel manche Autos anschaut, die Vorderfronten von
Autos, die schauen aus wie so Raubtiere, die haben sogar Lider. Und da glaube
ich, da wird absolut eine Jagdlust inszeniert und angesprochen. Und man kann es
auch spüren, wenn man auf der Autobahn ist und so ein Auto ist hinter einem, da
braucht man schon wirklich ein Standing, um sich nicht verjagen zu lassen
Als gelte immer noch das Recht des Stärkeren und nicht die deutsche
Straßenverkehrsordnung.
https://www.br.de/mediathek/podcast/r…

https://www.br.de/radio/bayern2/progr…

XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
Dieses Manuskript wird ohne Endkorrektur versandt und darf nur zum privaten Gebrauch verwendet werden.
Jede andere Verwendung oder Veröffentlichung ist nur in Absprache mit dem Bayerischen Rundfunk möglich!
© Bayerischer Rundfunk 2019
Bayern 2-Hörerservice
Bayerischer Rundfunk, 80300 München; kostenlose Service-Nr.: 0800-5900 222 / Fax: 089/5900-3862
service@bayern2.de; http://www.bayern2.de
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX