„Zum großen Teil wissen wir nicht, wer sie sind“

Reinhard Götz
Gestern um 02:16 ·
Berichte von 18.09.2019 sind in Wirklichkeit von 31.12.2017
einige tendenziöse Seiten bereiten einen alten Bericht mit Aussagen von August Hanning so auf als ob er aktuell ist.

Mit Schlagzeilen wie: 300.000 nicht identifizierte Migranten: Merkel hat schweres Sicherheitsrisiko verursacht.
oder:
Ex-BND-Chef wirf Merkel vor, mit der Öffnung der Grenzen für Deutschland und Europa ein massives Sicherheitsrisiko verursacht zu haben. Bei rund 300.000 Migranten sei die Identität nicht aufgeklärt.

Ex-BND-Chef August Hanning hat zwei Jahre nach der Flüchtlingskrise eine ernüchterte Bilanz gezogen.
Die Vielzahl an Anschlägen und Anschlagsversuchen zeige, wie angespannt die Lage in Deutschland sei, sagt er.
„Ich frage mich, wie lange wir das ohne große gesellschaftliche Verwerfungen durchhalten“, so Hanning.
Der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, hat zwei Jahre nach der Flüchtlingskrise eine ernüchterte Bilanz gezogen. „Nichts ist schlimmer, als wenn ein Pessimist recht behält“, sagte er in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“. Hanning hatte im Herbst 2015 vor Terroranschlägen und Verwerfungen in der Gesellschaft gewarnt, falls der Zustrom nicht besser kontrolliert werde, und ein Zehn-Punkte-Programm vorgelegt.
Die Grenzen seien weiterhin für jeden offen, der angebe, Asyl zu suchen, kritisierte der 71-Jährige. „Jeden Monat kommen zurzeit circa 15.000 Migranten zu uns, von denen wir zum großen Teil nicht wissen, wer sie sind und ob sie eine kriminelle oder terroristische Vergangenheit haben“, sagte er. „So viele Leute ohne Identitätskontrolle ins Land zu lassen ist unter Sicherheitsaspekten grob fahrlässig. Zwischen innerer Sicherheit und einer effizienten Kontrolle von Außengrenzen besteht ein unauflöslicher Zusammenhang.“

Die Vielzahl an Anschlägen und Anschlagsversuchen zeige, wie angespannt die Lage in Deutschland sei. „Unsere Sicherheitsarchitektur muss dringend verbessert werden“, forderte Hanning, der von 1998 bis 2005 den BND leitete und bis 2009 Innenstaatssekretär war. „Sonst droht es für uns in Deutschland künftig sehr ungemütlich zu werden.“

„Deutschland ist das gelobte Land für Migranten“
Als völlig falschen Anreiz betrachtet Hanning die Prämie für freiwillig in ihre Heimat zurückkehrende Asylbewerber. „Es ist daran zu erinnern, dass es sich hier in der Mehrzahl um ausreisepflichtige Personen handelt, also um Antragsteller, bei denen rechtskräftig festgestellt wurde, dass sie in Deutschland keinen Anspruch auf Asyl haben“, sagte er. „Ich fürchte, dass wir mit der Zahlung von Prämien versuchen, kurzfristig ein Problem zu lösen, langfristig aber noch attraktiver für alle Migranten werden, auch wenn sie keinerlei Aussicht auf Asyl besitzen.“
Bis Ende Februar können Asylbewerber zusätzliche Unterstützung für die Rückkehr in ihre Heimat beantragen, etwa Zuschüsse für Miete oder Möbel. Vorgesehen sind bis zu 1000 Euro für Einzelpersonen und bis zu 3000 Euro für Familien.

„Deutschland ist innerhalb Europas das gelobte Land für Asylbewerber und Migranten“, sagte Hanning. „Ich frage mich, wie lange wir das ohne große gesellschaftliche Verwerfungen durchhalten. Unsere Gesellschaft ist bunter geworden, aber auch ethnisch zerklüfteter – und damit auch konfliktbeladener.“
https://www.welt.de/politik/deutschland/article172054738/Ex-BND-Chef-ueber-Migranten-Zum-grossen-Teil-wissen-wir-nicht-wer-sie-sind.html?fbclid=IwAR2Bpxp6YK9HaEtjGHKnLzuei5pqLGfy86zoTwMMFOE6dYqILTb-9lUUMYE