So sieht autofreier Sonntag in Berlin aus

Am Sonntag sollten die Berliner am autofreien Sonntag eigentlich zu Fuß gehen oder das Rad nehmen. Aber viele wussten es nicht mal!

Klimastreik? Schnee von vorgestern! Auf den Straßen, auf denen Freitag noch 270.000 Berliner für Klimaschutz und gegen den zu hohen CO2-Ausstoß demonstrierten, fuhren am Sonntag wieder ganz normal die Autos – trotz des europaweiten Aktionstages!
Autofreier Sonntag: Bei Älteren werden da Erinnerungen an 1973 wach, als Zehntausende Menschen das Autoverbot nutzten, um mit dem Rad oder zu Fuß Innenstadt und Autobahnen zu erobern. Infolge der Ölkrise reagierte West-Deutschland damals mit einem gesetzlichen Autoverbot an vier Sonntagen.
Auf ein Gesetz wurde am Sonntag verzichtet. Senat und Organisationen setzten auf das Umweltbewusstsein der Berliner – und wurden enttäuscht: Auf der Avus staute sich am Mittag der Verkehr. Zwischen Detmolder Straße und Kurfürstendamm wurden zwei Kilometer Stau gemessen. Ein ganz normaler Sonntag eben.
Viele Passanten und Autofahrer wussten offenbar nichts von der Aktion, die mittlerweile schon im 18. Jahr innerhalb der Europäischen Mobilitätswoche stattfindet. Andere fanden so einen Tag zwar gut, wollten ihr Auto aber trotzdem nicht stehen lassen.
Rentnerin Helga Hoffmann (67) aus Pankow: „Ich war heute bei einem Hundetraining in Brandenburg. Mit den Öffentlichen komme ich da nicht hin.“
Einen Fahrgast-Schub verzeichnete die BVG trotzdem. Berliner und Touristen konnten gestern für 2,80 Euro (so viel wie sonst ein Einzelticket kostet) den ganzen Tag über quer durch die Stadt mit Bussen und Bahnen fahren. Voll sei es vor allem auf den Strecken raus ins Grüne gewesen, so ein BVG-Sprecher. Das könnte aber auch am guten Wetter gelegen haben …
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