Ibiza-Gate

Kurz-Mitarbeiter ließ Datenträger aus Kanzleramt schreddern
Die ÖVP steht immer stärker im Verdacht, hinter den Kulissen schon früh über das Entstehen und den Inhalt des Ibiza-Videos von Heinz-Christian Strache Bescheid gewusst zu haben. Die FPÖ und Ex-Innenminister Kickl suchen jetzt nach Spuren beim BVT (Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung Österreich) und nach Verbindungen, die es zwischen BVT und ÖVP gegeben haben soll.

Wie die österreichische Presse berichtet, gibt es inzwischen eine Vielzahl an Gerüchten, wie der BVT (Geheimdienst Österreichs) in das Ibiza-Video involviert sein könnte, wie zum Beispiel die Beauftragung der Hintermänner des Videos – der Wiener Anwalt Ramin Mirfakhrei sowie eine dubiose Security-Firma, die auf ihrer eigenen Homepage das deutsche BKA und das österreichische BVT als „renommierteste Kunden“ angibt.

Diese Security-Firma hat für das BVT eine Reihe von nicht legalen „Undercover-Operationen“ durchgeführt. Für diese Dienste sind über Jahre mehr als 7 Millionen Euro vom BVT auf Liechtensteiner Konten überwiesen worden. Die ÖVP-Minister müssen von dieser Verbindung gewusst haben.

Das BVT soll zudem die Villa in Ibiza gemietet und verwanzt sowie HC Strache beschattet haben. Zudem hat der österreichische Polit-Aufdecker Peter Pilz Emails, in denen just nach der Ibiza-Affäre ein führende BVT-Mitarbeiter einem Top-Mann in der ÖVP-Zentrale von „neuen Filmchen“ berichtet, die er dem ÖVP-Mann gerne zeigen und übergeben würde. Was wusste Kurz?

Umso brisanter ist eine neue Spur der Ermittlungsbehörden im Ibiza-Fall zu einem ehemaligen ÖVP-Mitarbeiter des Ex-Bundeskanzlers Sebastian Kurz, der nur wenige Tage vor dem Räumen des Kanzleramts geheime Emails und Daten bei einer Firma vernichten ließ. Die Polizei ermittelt jetzt gegen den ÖVP-Mitarbeiter, der die Daten unter falschem Namen vernichten ließ und deren Vernichtung bezahlt hat. Waren in den Emails und Daten auch Vorab-Informationen über das Ibiza-Video enthalten?

Ibiza-Gate: Kurz-Mitarbeiter ließ Datenträger aus Kanzleramt schreddern