Kritik an Studie zu Klinik-Schließungen

Gesundheitspolitiker und Verbände reagierten mit scharfer Kritik auf Expertenforderungen, wonach aus Qualitätsgründen mehr als jedes zweite Krankenhaus geschlossen werden sollte. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bestätigte zwar, dass es zu viele Kliniken gebe. Die Zahl der Kliniken ohne Blick auf die jeweilige Versorgungssituation vor Ort zu senken, sei aber nicht zielführend. Je nachdem, wie die Vernetzung mit dem ambulanten Geschehen sei, desto mehr Kliniken ließen sich abbauen. Es dürfe aber niemand die Hoffnung hegen, dass sich dadurch Personal oder Kosten sparen ließen. Unionsfraktionsvize Georg Nüßlein bezeichnete eine medizinische Grundversorgung als Wert an sich. Darum gelte es, Krankenhäuser in ländlichen Räumen abzusichern und nicht zu schließen. Der gesundheitsökonomische Sprecher der Linken, Achim Kessler, sieht die medizinische Versorgung gefährdet, wenn kleine Krankenhäuser geschlossen werden. Das Gesundheitsministerium reagierte zurückhaltend. Eine Sprecherin verwies darauf, dass die einzelnen Bundesländer für die Krankenhausplanung verantwortlich seien.
tagesspiegel.de, faz.net, tagesschau.de